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Gottesdienste - ONLINE

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Fürbitte der Ev. Dreifaltigkeitskirchengemeinde - Informiert Beten

Sonntag, Lätare, 22. März 2020

Dreifaltigkeitskirchengemeinde

Die Forsythien blühen. Die Sonne scheint auf Knospen und frische kleine Blättchen. Die Vögel singen, lauter als sonst. Lauter? Nein, sie singen so laut wie immer. Die Stadt ist leiser. Kaum Verkehr auf den Straßen. Wenige auf den Bürgersteigen.

Es ist Sonntag, der Tag, an dem die Glocken läuten sollten. In der Dreifaltigkeitskirche Lankwitz läutet es nicht. Ein Kirchenältester und ein Pfarrer haben am Sonnabend die Glocken ausgestellt. In dieser Kirche wird es am Sonntag Lätare 3 Wochen vor Ostern. keinen Gottesdienst geben. Der Deutschlandfunk übermittelt den aktuellen Stand der weltweiten Krise. Mit dem Coronavirus sind weltweit 300.000 Menschen infiziert. 13.000 Tote hat die Pandemie derzeit gefordert.

In Deutschland sind mit dem heutigen Datum mehr als 16.600 Menschen betroffen und bisher 46 Menschen gestorben. Lebensmittelläden, Drogerien , Apotheken und Bäckereien sind geöffnet. Bisher dürfen Restaurants noch öffnen, aber wenn heute Nachmittag in der Konferenzschaltung die die Regierungschefs der Länder und die Kanzlerin Angela Merkel ihre Beratung abgeschlossen haben, werden weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens erwartet. Das politische Ziel ist klar: die Zahl der Neuinfektionen soll so klein wie möglich bleiben. Auch und vor allem um die Zahl der Todesopfer klein zu halten. Die Folgen der politischen Entscheidung lassen sich nicht absehen.

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden und einzustimmen in die Gebetsbitte:

Gott, wir bitten dich: stärke die Herzen und den Verstand der Leitenden in Politik und Wirtschaft, im Medizinischen Bereich, in den Ämtern und Behörden. Gib ihnen Klugheit und Entschlossenheit, das Notwendige zu tun und Unwichtiges zu lassen. Gib Ihnen Kraft von Deiner Kraft, dass sie unter der Last der Aufgaben nicht ermüden.


Die Folgen der politischen und kirchlichen Entscheidungen sind in der Dreifaltigkeitsgemeinde tiefgreifend. Das Gemeindehaus ist geschlossen. Das Begegnungscafé Sammeltasse: geschlossen. Die Kita: geschlossen. Am letzten Sonntag wurde der Gottesdienst kurzfristig abgesetzt. Am 16.03.2020 war in letztes Mal die Kirche geöffnet. Der rasante Verlauf lässt sich an und in der Kirche ablesen.

Freitag, 13. März 2020: In der Kirche findet die Taizé-Andacht statt. Musik Dorina und Jürgen Adelsberger. Predigt Pfarrer Popp. Ca 15 Personen vertiefen sich in den Gesang und die Gebete.

Montag, 16. März 2020:
Pfarrerin Markgraf veröffentlicht in Abstimmung die Absage aller Veranstaltungen. Zu diesem Zeitpunkt scheint die „Offene Kirche“ noch möglich zu sein.

Mittwoch, 18. März 2020:
in einer Rede appelliert die Bundeskanzlerin an alle, sich an die Regeln zur Eindämmung des Virus zu halten.

Mittwoch, 18. März 2020:
Wie in den Medien angekündigt, kann die Ausgabe von Lebensmitteln bei „Laib und Seele“ nicht erfolgen. Frau Braun und Pfarrer Popp wollen alle Kräfte dafür einsetzen, dass es so nicht bleibt. Nicht bleiben soll. Die Krise trifft die Schwächsten zuerst. So ist die soziale Logik. Es bleibt aber ein Skandal. Wie lässt sich das ändern?

Nach einigen Vorklärungen zeichnet sich ab, dass die Ermittlung der Adressen für die Klienten und Kundinnen der Tafel nicht möglich ist. Sie selbst müssen sich melden. Wir stellen einen Aufruf auf die Website der Lankwitzer Gemeinden. Wir machen den Aushang an der Kirche. Frau Braun hält werktags für 4 Stunden freiwilligen Telefondienst ab, um Lieferadressen zu bekommen. Wir hoffen, dass sich Viele melden werden.

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden und einzustimmen in die Gebetsbitte:

Gott, wir bitten dich für die Schwächsten in der Gesellschaft: für die Obdachlosen und die Süchtigen, für die Armen und die Gefangenen, dass Sie nicht die Opfer der Krise sind. Dass jetzt und grade jetzt Nächstenliebe geübt wird und die Starken den Schwachen beistehen. Sei bei uns, bei deiner Gemeinde und deiner Kirche, auch wenn wir uns nicht versammeln können, sei bei uns wenn Pläne durchkreuzt werden und nicht einmal Gottesdienste zu deinem möglich sind.


Die Anzeichen mehren sich, dass Menschen in Not geraten können. Künstlerinnen und Künstler verlieren die Auftrittsmöglichkeiten. Honorarverträge werden gekündigt. In der Industrie wird die Produktion herunter gefahren: Kurzarbeit wird angesetzt Reisen sind verboten. Hotels und Gaststätten schließen. Die Menschen gehen nach Hause, weil Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden können. Die Regierung verspricht umfangreiche Kredite und Darlehen.

Aber es ist offen, ob die Hilfe schnell genug kommen wird. Es ist unsicher, ob auch kleinen Handwerksbetrieben, Einzelunternehmern und Kleinunternehmen schnell genug und ausreichend geholfen werden kann. Das bringt Unruhe und Sorge. Viele Menschen stehen in finanziellen Verpflichtungen und wissen nicht, ob Ihr Einkommen, ihr Gewinn reichen wird.

Unruhe und Sorge beziehen sich auch auf andere Bereiche des Lebens. Der Alltag von Familien hat sich geändert. Schulen und Kita’s sind geschlossen. Homeoffice und Heimarbeit und die Begleitung der Kinder behindern sich gegenseitig. Das tägliche Beisammensein erzeugt auch Druck. Was bringt die Zukunft, wann kann die Arbeit wieder aufgenommen werden? Fragen treiben um.

Viele Menschen fürchten sich vor dem was kommt. Sie horten Vorräte auf Kosten anderer. Sie sind auf der Suche nach sicheren Informationen und geraten oft in die Falle schockierender Nachrichten. Andere widmen sich den Verschwörungstheorien oder sind auf der Suche nach Schuldigen für die Ausbreitung der Krankheit.

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden und einzustimmen in die Gebetsbitte:

Gott, wir bitten Dich für alle Menschen in finanzieller und wirtschaftlicher Not: Wende das Übel von ihnen ab. Bringe Mitleid und Gerechtigkeit in das geschäftliche Leben, öffne die Türen für gestundete Forderungen, spätere Lieferung und Absprachen, die aus Konkurrierenden Partner machen.
Gott, wir bitten dich für die Familien Gib ihnen Geduld und Liebe im Umgang miteinander. Bewahre sie vor falschen Vorwürfen und Ausbrüchen von Hass und Gewalt. Segne sie mit deiner Liebe.
Gott, wir bitten dich für die allein Lebenden: Stärke ihre Zuversicht, gib ihnen aufmerksame Nächste und gute Freundinnen und Freunde. Sei du ihr Halt auch in schwerer Zeit.


Viele Menschen sind jetzt hilfsbereit und sorgen füreinander. Das gilt ganz besonders für alle, die in Gesundheitsberufen tätig sind: Schwestern und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, Lehrende in der Medizinischen Ausbildung, Forschende an den Universitäten und in den Laboren. Mit ihrem Wissen und ihrem Materialien stehen sie den Kranken und Sterbenden bei. Sie organisieren die Dienste. Sie halten uns mit ihren Kenntnissen auf dem Laufenden. Sie schätzen Risiken ein:

Sie sind jetzt gefragte Gesprächspartner. Oft werden sie mit der Ungeduld und der Sorge konfrontiert. Besserwisserei, Theorien aller Art und wilde Spekulationen zwingen sie wieder und wieder beruhigend und sorgfältig zu argumentieren. Ihnen gilt unser ganzer Respekt.
Wir denken aber auch an die Kranken, die Sterbenden, die Toten. Ihnen allen wünschen wir Fürsorge. Mögen alle Kranken gut versorgt werden. Alle Sterbenden sollten Begleitung erfahren. Für die Toten hoffen wir auf würdevolle Bestattung und den Angehörigen wünschen wir Trost und Linderung des Schmerzes.

Zünden Sie eine Kerze an und stimmen sie mit ein in das Gebet:

Gott, wir bitten dich: Richte auf, die von der Arbeit niedergedrückt sind, stärke die Traurigen, wenn sie erleben müssen, dass es keine Hilfe mehr gibt. Besänftige die Zornigen, wenn Planungen sich nicht erfüllen. Schenke ruhigen Schlaf in den Pausen und Erholung in den Zeiten der Ruhe.
Für die Kranken bitten wir: gib Genesung.
Für die Sterbenden bitten wir: gib Begleitung und Nähe. Für die Toten bitten wir: Gib Frieden.
Für die Trauernden bitten wir: Gib Linderung und Trost.
In aller Unruhe und aller Not denken wir auch an das, was da ist: Menschen, die sich um unser Ergehen sorgen: im Großen von Wirtschaft, Politik und Medizin. Im Kleinen von Nachbarschaft und Freundeskreis.
Und, wie schön: es gibt Wasser, es gibt Strom, es gibt geöffnete Geschäfte und Frühling in Berlin. Genau jetzt.
Mit aller Unruhe, aber auch mit Hoffnung und Zuversicht stimmen wir ein in das Gebet Jesu:


Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Pfarrer Christian Popp

- Fürbitte als PDF-Download



Letzte Änderung am: 22.03.2020